Verlust

Siebzehntes Kapitel

nser Rektor sitzt in seinem Barocksessel in seiner Wohnung und besichtigt die Wolken, die an der Sonne, hinter bloßen Fichtenbäumen hängen. Er hat keine Frau, und bleibt alleine nur, wenn er will. Der kalte Wind weht. Manchmal sitzt er so, trinkt ein wenig Kognak und denkt an nichts. Aber jetzt schon nimmt den den Hörer und ruft Marie an. Marie kommt zum Apparat, hat eine ganz zufriedene, feierliche Stimme: heute können wir einander treffen, aber etwa in zwei Wochen fahre ich nach Moskau, zusammen mit meiner Familie, antwortet sie ihn, und werden wir leider vielleicht nicht mehr treffen können. Nein, Marie, sagt er, das hängt davon ab, was wir WIRKLICH wollen. Ich verstehe nichts, antwortet Marie, wir siedeln nach Moskau über, hast du das nicht verstanden? Dort arbeitet mein Vater bei einer Firma, die die Geräte und noch etwas mehr für die Kraftwerke produziert! Ich will das Leben dort besser genießen. Der Rektor lacht leise. Marie, wir können heute in meinem Haus bleiben und uns noch ein wenig über deine Zukunft hier unterhalten. Das ist keine gute Entscheidung. Irgendwohin zu fahren, ist es wirklich sehr schwierig. Meine Erfahrungen zu dieser Sache ist sehr reich. In der DDR habe ich fünf Jahre gelebt und trotzdem ich offizielle eingeladen war, träumte ich von meiner Heimat sehr lange. Das war, also, sehr anstrengend. Aber ist es nicht so wichtig, wie wir manchmal meinen! Ich verstehe, was dein Vater in einer fremden Staat anrichten kann, der kein NATO-Mitglied ist… Eigentlich, was? Fragt Marie und schweigt. Gut, sagt sie nach einer Weile, ich komme zu dir, selbst, bleib zu Hause. Der Rektor legt den Hörer und knirscht mit den Zähnen. Bald klopft jemand an die Tür. Er öffnet und geht Inge hinein. Wo ist Marie? Fragt sie ihn. Sie kann vielleicht noch nur ein wenig versäumen. Sie ist hoffentlich schon unterwegs. Wie wunderbar riecht es hier nach “Lucky Rose.” Du bist selbst meine kleine Blume, der Rektor küsst sie. er will nicht gestehen, daß er fast absolut impotent ist. Seine Pillen können ihm leider nicht mehr helfen und er beginnt seine Unsinne zu reden. Er strahlt übers ganze Gesicht. Ich habe ein ausgezeichnetes Angebot bekommen: bald beginne ich, weißt du, in der Staatskanzlei zu arbeiten. Wirklich? Inge ist froh, einfach sehr froh, sehr froh. Aber sie lacht nicht sehr künstlich. Ihre Freude hat verständliche Gründe, wir können diese Freude, diese Gründe, da wir auch dieser Leute gehören. Hier, in meiner Wohnung fühlen wir uns, beide immer ganz normal, sagt er, nachdem ich dich kennen gelernt habe, bewerte ich immer alles anders. Ich weiß jetzt, daß die menschliche Intelligenz (ich meine vielleicht Impotenz, weil man alle hoch intelligenten Menschen impotent findet, wie Jesus) ganz von dem materiellen Wohlstand abhängt und daß diese jungen Männer nichts sind. Sie wollen alles kostenlos erhalten! Kannst du mich verstehen? Ich bin heute sehr nervös: nie habe ich DAS gleichzeitig mit Marie und dir gehabt. Gleichzeitig ist das, alles nicht ganz notwendig. Du kannst mir ein wenig Geld geben, ich fahre irgendwohin, bis du mich anrufst. Ja, es ist wirklich eine gute Idee, antwortet der Rektor, trotzdem ich mich ohnehin sehr gut fühle. Er nimmt eine Banknote und gibt sie Inge, die, als zwei Null sieht, lacht und bald rausgeht, ohne zurückzublicken, ihm die Hand zu geben oder etwas zu sagen. Dem Rektor gefällt nicht ihre spontane, offene Reaktion und ist sehr böse. Ihm gefällt nicht, daß etwas offen ist. Direkt in der Straße steht ein zitterndes Kind und hustet. Es ist hungrig. Seine Eltern wohnen in einem alten, teilweise ruinierten Hause, unweit von seiner Wohnung. Der Rektor lacht. Er ist nicht blind, er sieht alles. Inge begegnet Marie. Was machst du hier? Fragt Marie sie. Er wartet auf dich. Geh! Inge läuft. In der Bushaltestelle stehen die Leute, die zu Hause viele Kinder und wenig Geld haben. Sie sterben vor Hunger, aber sagen sie nichts, wenn sie ihre Nachbarn oder Freunde besuchen. Das ist beleidigend und jeder Mensch, der über seine Not spricht, ist unangenehm, weil alles schon in Ordnung ist. Die Ordnung, die diese Kandidaten des endlichen Lachens applaudieren, ist auch stabil. Das heißt, das Land entwickelt sich sehr schnell, alles ist heute besser, als gestern. Mit ihren kalten Augen kontrollieren sie alles, was ihnen offiziell gehört. Sie können nichts tun; nur ein Kopf denkt an alles. Sie können ruhig in ihren Zimmern sitzen, oder manchmal über ihre eigene grausame Gegenwart diskutieren. Unser Rektor wartet auf Marie. Ich kann heute sie nicht ficken, aber ist das nicht wichtig. Die junge Frau strebt nach ihrem eigenen Glück (ah, Jesus!), das nicht kommt und hofft auf die Zukunft. Sie geht die Treppe hinauf und klopft gewöhnlich an seine Tür. Ihr Leben ist auch unerträglich, aber weiß sie selbst nichts. Der Rektor findet sie seinerseits schon unschön. Sein Geschmack ändert sich bald, da er zu viel Geld hat und kann über seine naiven Studentinnen und Studenten lachen, deren Tagebücher und Handys voll sind. Er öffnet die Tür und begleitet sie direkt ins Schlafzimmer, trotzdem etwas, was er selbst Gefühle nennt, nicht hat. Jeder Edelstein ist nur darum teuer, weil er lange unter der heiligen Erde bleibt. Die Spannungen entladen sich, als Marie über ihren ersten Tag zu sprechen beginnt. So verschönert der Nebel in der Straße ihre Erinnerungen. Unser Rektor scheint an ihrer eigenen Zukunft sehr interessiert zu sein. Sein Körper bezaubert Marie, das ist jedoch ein männlicher Körper, zu teuer und unschön, aber stark und angstvoll. Er erinnert sich an seine Kindheit und macht keine Pause, da in seinem Kreis auch niemand schweigt; seine alten Freunde sind immer bereit, ihn zu trösten, wenn er von seinem Sparkonto spricht. In der Staatskanzlei ist vielleicht alles nur ein bißchen langweilig, sagt er. Ich will dir zu deiner neuen Arbeit gratulieren, sagt Marie und küsst ihn auf die Wange. Sein Kinn ist gut rasiert. Ich will jetzt eine Dusche nehmen, sagt er, kommst du mit? Ja, natürlich. Es ist immer sehr angenehm: Marie sagt nicht, daß sie zu Hause kein warmes Wasser hat. Seinerseits will der Rektor, daß sie sich in seiner Wohnung fremd fühlt, da er solche Frauen überall findet: sie sind zu viel; Alles, was zu viel ist, kostet zu billig. Sein Zorn droht der ganzen Menschheit, wenn er an diese Statistik denkt. Der Regen gefällt ihm auch nicht. Marie ist gezwungen, sich auf ihrer Erde, überall so schrecklich zu fühlen. Ihre Gedanken sind überraschungswert, wenn sie an Alex denkt. Die Sexualität ist nicht so wichtig, diese junge, hübsche und ganz normale Frau gehört ihm, und rechnet der Rektor hartnäckig ihren ursprünglichen Preis: sie ist schon leider keine Jungfrau mehr. Es tut ihm sehr leid. Er beginnt, mit dem Weinglas in der Hand, vom Fußball zu sprechen. Ja, ich verstehe, daß manche jungen Männer diesen Sport nicht treiben, noch mehr: sie hassen diese einfach wunderbare Sportart, aber sie verstehe nicht. Er denkt ernsthaft an jedes Spiel, und gefällt ihm, wenn die Leute müde sind. Auf diese Weise denken sie an die Sittlichkeit mehr, da wer müde, arm, alt oder behindert ist, muß auf keinen Fall an die Geschlechtsfragen denken. Der Sport: In Georgien verursacht er auch die Impotenz, aber das ist von dem Gesundheitsministerium nicht gesegnet und glaubt niemand daran. Marie betrachtet seine Flüssigkeiten optimistisch. Ihr ist es besser, ihre Zukunft besser zu planieren, als heute sie planiert ist, da sie die Angst vor der Leute hat, die schon lange nicht mehr „klassisch christlich“ sind, trotzdem diese Moral seit langem in Kraft getreten ist. Ihre jungen Träume werden zerstückelt, ihre Seele zurückgedrängt und sie selbst lebt fast immer zurückgezogen, aber weiß sie selbst nichts. Das ist keine Unterdrückung!, das ist nur ein Spiel, da unser Leben selbst ein Spiel ist. Es scheint jetzt, nicht genug ernst zu sein, und es ist wirklich nicht sehr ernst. Jede Kategorie hat die Armut, ihre Hände und Beine sind zu müde, sie kann vor seinen Augen in jedem Augenblick direkt in Ohnmacht fallen, aber Marie lacht, weil das ihm gefällt und weil das ihr eine bessere, klare materielle Zukunft verspricht. Die Materie ist auch sein Hobby. Manchmal, wenn Marie zu Hause ist, küsst ihren Teddy sehr stark, sie liebt auch sehr, wenn etwas nicht mehr am Leben ist. Jedes Bild kann sie an die tote Natur erinnern, da sie ihr ihre Geheimnisse selbst nicht zeigt, unendlich verbirgt. Alles ist vergessen oder / und wird bald vergessen sein: die tote Natur kann nicht selbst schreien. Ihre junge Natur ist nicht getötet!: ihre natürlichen Zähne sind gut geputzt und riechen nach Erdbeere. Unser Rektor küsst sie auf die Lippen, natürlich, ohne Leidenschaft. In einer Viertelstunde ist seine Krankheit, die mit einem ziemlich großen Tempo auf seine Nerven wirkt (viele werden ihr zum Opfer gefallen; Der Erfolg hängt nur von der fliegenden Zeit ab. Doch, wir müssen noch nur ein wenig Geduld haben!) vergessen worden, und er interessiert für ihre Seele, weil er noch davon überzeugt ist, daß die Frauen überhaupt, zu viele Geheimnisse haben, und er will, dieser Tyrann, alles offiziell wissen, was geschieht. Wundergeschehen! Wenn jemand den Mund hält, darf er nur jemanden anrufen; er ist bereit, mit seiner offiziellen, eigenen, glühenden Zange seinen Namen der künftigen Generationen gratis zu schenken; in der Geschichte gibt es wirklich auch zu viele Formen der Gewalt. Unsere Demokratie blüht, und jede Versprechung ist schon keine Unterdrückung mehr _ wenn jemand, zum Beispiel, an der erfolgreichsten, gut adaptierten, urheberrechtlich geschützten Reality-Show in diesem Lande freiwillig teilnimmt. Vor Marie wird jede Grenze der Natürlichkeit geöffnet, wenn der Rektor über jede Sache natürlich genau und richtig zu sprechen anfängt. Marie, wir können manchmal nicht verstehen, was vorteilhaft, gut und was schlecht ist, sagt er, das ist kein Unglück, daß du noch genug jung bist. Meine Prinzipien sind das, alles, was ich dir versprochen habe, in die Tat umzusetzen, und, zu verwirklichen. Du brauchst nicht mehr zu mir zu kommen, wenn es dir nicht mehr vorteilhaft ist. Nur unsere schönen Augen braucht niemand, das ist ganz normal. Du bist schon kein Kind mehr mein Kind. Jetzt stehst du vor der größten Wahl in deinem Leben: lange spreche ich von meinen Wünschen; jetzt ist schon alles ganz klar. Mir ist nichts klar, antwortet sie ihn, und fügt hinzu: genug. Für Russland und besonders, Moskau, bin ich noch nicht bereit. Das will mein Vater nicht verstehen. Er ist genug intelligent, aber immer nur mit seinen wissenschaftlichen Sachen beschäftigt. Er arbeitet jetzt theoretisch. Das ist einerseits, nicht schlecht, da er kein klassischer georgischer Vater ist, wer seine Töchter beobachtet, aber es ist manchmal sehr langweilig, besonders, wenn ich zu dir komme; ich denke nicht an diese Seite unserer Beziehung, das ist ganz verständlich, warum ich dich besuche, aber ich will selbstverständlich auch etwas bekommen, weil alle über mich lachen, denen ich nicht erzählen kann, wen ich habe oder nicht habe. Dir ist alles ganz egal, so wird es immer sein, ich weiß das. Ich bin keine Dörflerin, weiß, daß immer nur die Reichsten gewinnen, sowohl heute hier, als auch überall, meine Illusionen sind frei. Besser zu sagen, ich bin eine Realistin schon. Das ist mein Kampf. Inge weiß auch sehr gut, vielleicht besser, als ich manchmal selbst (ich beneide sie), wie schön sie manchmal ist! Ja. Sie ist auch eine wunderbare Frau, antwortet der Rektor sie und trinkt ein Glas sauberes Trinkwasser. Hast du mit ihr schon geschlafen? Fragt Marie. Nein, noch nicht, sagt er, aber will sie das sehr. Diese Hure… Sie… Einfach… Ich kann nicht mehr!.. Schreit sie, ich liebe dich sehr. Mir ist ganz egal, wie alt du bist! Sie liebt mich auch sehr, sagt er und lacht. Aber lassen wir das, seine Stimme wird bald wieder ernsthaft und kalt, ich verstehe nicht, warum du nicht nach Russland willst. Meine Haare, sagt Marie, ich habe dunkle Haare, nein, sie sind nicht ganz schwarz, aber es ist schon ganz genug: jeder Milizist wird mich dort direkt in der Straße anhalten oder in der Nacht an unsere Wohnungstür klopfen. Mein Vater ist daran gut gewöhnt, aber kann ich das nicht. er lacht über meine Ängste zu viel, wenn ich ihm das erzähle, was mich, eigentlich, sehr beunruhigt. Kannst du mich besänftigen? Warum habt ihr, unsere Jugend, über Deutschland so gute Vorstellungen? Fragt der Rektor sie: das Land ist sehr amerikanisiert, übrall diese Neger, diese Türken…, diese… Zum Glück sind in Deutschland faktisch keine Juden mehr. Die Russen sind keine Nazis, ihr fanatischer Nationalismus ist jedoch noch nicht gefährlich. Das ist kein Faschismus. Manche Georgier, Juden, Deutschen, Russen oder Muslimen, Ukrainer ermorden ihre Gruppierungen nicht darum, weil sie diese Tendenz lieben, sondern darum, weil diese Ausländer in ihrem eigenen Lande sich besser fühlen, als zuhause und schönere Frauen ficken, als sie, selbst. Oh, verzeihe mir… das wollte ich nicht sagen, dieses Wort klingt immer zu grob. Das sitzt nicht in meinem Geschmack. Ja, Deutschland tut mir sehr leid. In ihrer demokratischen Republik habe ich meine besten Zeiten verbracht. Bis heute schreiben mir meine Freunde. Viele meine Freunde sind heute sehr bekannt. Ihre Namen will ich hier nicht erwähnen. Ja, ich liebe meine Freunde. Manchmal telefonieren sie mit mir und sprechen wir von der Literatur lange... Wir wissen genau, was uns gefällt, und was uns nicht gefällt. Wir brauchen nicht lange über die Schriftsteller sprechen, die Unsinne über irgendwelche Werte gequatscht haben oder quatschen, bis heute, trotzdem wir nicht genau wissen, was wirklich wertvoll ist. Die Frauen in der demokratischen Republik waren damals nicht so frei, wie im Westen, und freute ich mich lange ihre schönen, schmutzigen Körper zu genießen, nachdem mich mein einziger Freund eingeladen hatte… das ist wirklich eine andere Welt, sehr hoch entwickelt. Ja, wir müssen von ihnen noch zu viel lernen und ihre Beispiele nehmen. Wenn wir schlafen _ und das ist, glaube mir, nicht wie ein Schlaf, wie ein Schlaf besser gesagt in einem Schlafwagen, sie arbeiteten Tag und Nacht und haben zum Schluß jetzt ihr echtes Wirtschaftswunder gemacht. Nur die wahre Disziplin kommt zu derartigen Folgen, die leider unsere armen Asylanten bezaubern. Warum verlassen sie ihre Haustüren und lieben ihre Huren? _ Es handelt sich um keine weltanschaulichen Gründe oder Gewissensfragen! Diese Leute wollen einfach nicht arbeiten, lieben nicht ihre Heimat und nichts mehr! Ich arbeitete damals als Bauer, stand immer zu früh auf und putzte meine Schuhe in Dresden selbst. Besonders die Stasi und NVA gefallen mir, besser gesagt, ihre MitarbeiterInnen. Manche von ihnen sind Schweine, nicht alle, nicht wahr. Alle? Alle. Ja alle. Wie heutige georgische Geheimdienstler. Heute ist alles auch sehr gut. Überall. Russland ist auch ein gastfreundliches Land. Wie Georgien. Ich werde dir gerne helfen. Warum willst du deine kostbare Zeit auch nicht deinen Eltern widmen? Warum schweigst du? Ja, sagt Marie, ich habe alles verstanden. Jetzt kannst du mich natürlich unendlich ficken wie immer. Du verstehst nicht, daß ich dich liebe! Du willst das nicht verstehen. Mir ist ganz egal, was du bezahlst. Ich will hier bleiben. Unsere Fotos werde ich auch nie veröffentlichen… Was? Fragt der Rektor Marie. Er vernichtet sie mit seinem erschrockenen Blick. Gut. Du kannst deine Fotos diesen Journalisten immer und überall zeigen. Das ist nichts. Sie sind alle meine Schuhputzer. Ja. Ich schäme mich nicht. Null! Alles ist klar... Meine Zukunft ist genau bestimmt, er neigt sich vor der Marie und drückt stark ihre Hand. Dann steht auf und macht plötzlich, unerwartet ihr eine Ohrfeige, dann schlägt sie mit seinen starken Beinen. Marie beginnt zu weinen, aber er schlägt und schlägt sie. die heißen Tränen rinnen ihr über die Wangen. Nach einem Augenblick sitzen beide schon auf dem Bett, bewegungslos. Der Rektor, unser guter lieber Herr Jakob meine Damen und Herren, lacht und geht in die Küche, um aus dem Kühlschrank ökologisch geschützte, originelle Getränke zu nehmen. Unterwegs trinkt er Milch, Orangensaft und gibt ihr auch ein Glas. Marie nimmt das und sagt nichts. sie trinkt. Manchmal kommt es mir so vor, als ob ich dich nicht mehr liebe, sagt sie leise, verzeihe mir. Das ist kein Wunder, Mariechen, sagt er auch leise, wir leben im Zeitalter des kollektiven Mißtrauens. Du bist ein Mensch, den ich wirklich brauche, sie sitzt, trinkt einen Schluck und singt leise, weil ihre Gesänge dem Rektor immer gefallen. Draußen regnet es und regnet. Alle Autos und nicht nur sie, stehen dieser Ordnung selbstverständlich zur Verfügung. Der Rektor beißt sie langsam in die Brust. Sie sagt nicht, daß es ihr schon weh tut und diese Form der Liebkosung ihr nicht gefällt. Sie lacht. Der dichte Nebel bleibt allein in seinem kalten Zirkus, in der Straße dessen wahrer Clown unser Präsident ist, dem trotzdem weint, seine Bevölkerung bemitleidet.



Salvador Dali. Die zerrinende Zeit

21. 02. 2007

 

 

 

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